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Wege aus der Depression und Burn-out

 

Der Ruf, der von depressiven Menschen ausgeht, fordert uns alle heraus. Er fordert unser Bemühen um Verständnis, unsere Achtung vor dem Leid, unsere mitmenschliche Begleitung und natürlich eine gezielte therapeutische Unterstützung.


In dieser Therapie geht es darum, die schlafenden inneren Fähigkeiten des Kranken zu wecken, die immer vorhanden sind. Mut zusprechen und in kleinen Schritten das Leben wieder erfahren sind die ersten Schritte. Es entsteht neues Zutrauen zu sich selbst und Offenheit für neue Ideen, Sinnhaftigkeiten und Wege.

Doch auch höhere Aspekte spielen (wie bei jeder Krankheit) eine große Rolle. Die Hinwendung an etwas oder an jemanden . . . Die Liebe selbst ist der größte Gegenpol zur Depression, denn sie vermag von innen heraus die blockierende Mauer zu durchbrechen und zu durchstrahlen.

Hier ist auch klar zu erkennen, wie eng Depression und das sogenannte Burn-Out-Syndrom miteinander korrespondieren. Vordergründig ist das Burn-Out-Syndrom als ein Appetenz-Aversions-Geschehen zu betrachten ("Gasgeben und Bremsen gleichzeitig"), das in Verbindung mit scheinbar immer höherer Leistungsanforderung steht - und das nicht nur im Beruf. Hier stellt sich ebenfalls die Sinnfrage, ob das, was ich tue, wirklich für mich und mein Leben sinnerfüllend ist.

Die oft schubweise auftretende endogene Depression (reaktive innere Antwort z.B. auf äußere schwierige Umstände) ist für die Familie des Kranken schwer zu ertragen, da Unzufriedenheit, Kritiksuche und Aggessivität oder Zurückgezogenheit das gemeinsame Leben schwer machen. Hier gilt es, realistisch mit dem Patienten zu arbeiten, um neues Bewußtsein und Lebensqualität zu erreichen. Selbstüberwindung und Selbstverantwortung des Betroffenen - aus Liebe eingesetzt - sind wunderbare Ziele.

In der noogenen Depression (hier fehlt die individuelle Antwort auf die Sinnfrage) ist es etwas anders. Die Anzahl dieser eher konstant depressiven Menschen nimmt rasant zu. Bei ihnen handelt es sich um eine Art „geistige Frustration", da sie wissen, daß sie falsch leben und sie sehen den nicht gegangenen Lebensweg vor sich. So leiden sie an einer inneren Leere und die Suche bleibt unerfüllt.

Jeder Mensch braucht einen Sinn im und zum Leben. Wenn dieser fehlt, fühlt sich der Mensch getrieben und sucht in äußerlichem Konsum und Tätigkeit Befriedigung, die sich jedoch niemals erfüllen kann. Hier gilt es, die Stimme der Stille ins Bewußtsein zu bringen, den Anschluß an die Wertschöpfung des Universums, letztlich an Gott zu finden. Das Erkennen der Daseinsberechtigung und das Sehen des eigenen Zieles sind erstrebenswerte Ziele.

Dieses Erkennen des Lebenszieles ist wichtig - wer nicht weiß oder wissen will, wohin er reist, ist meist auf dem falschen Weg. Wir sollen die Sinnhaftigkeit unseres Seins ergründen.

An der Stelle kann der Therapeut dem Suchenden die Hand geben, seine Talente mit ihm entdecken und ihn in der Verwirklichung ermutigen. Der Sinn des Momentes, des Hier-und-Jetzt, der Augenblick der Überwindung ist sehr bedeutsam.

Sinnkrisen sind meist die Basis einer Depression. Aus der Angst geboren entsteht Unsicherheit, aus ihr die Unzufriedenheit, dann die Nichtentscheidung, die wieder zur Versagensangst führt. Hier wird das individuelle Leben des Einzelnen betrachtet; was ist für den Patienten jetzt wichtig.

Depressive haben einen großen Schonraum, den sie oft mit dem Argument der Überforderung verteidigen. Dieser Schonraum ist so groß wie das Vakuum, in dem er sich fühlt. Einfühlsame aber trotzdem aufdeckende Gesprächstherapie ist an dieser Stelle angebracht, um den Patienten in die Selbstverantwortung zu führen. Das Anerkennen der Sinnhaftigkeit der Krise selbst ist ein wesentlicher Schritt aus der Depression, da so die Chancen genutzt werden können, die sie bietet.

Bilder der Liebe schenken dem Kranken Einsicht, z.B. der Vogel, der nur fliegen kann, wenn beide Flügel heil sind, oder die Blume, die nur erblühen kann, wenn Sonne und Regen für sie da sind, oder auch der Schmetterling als Symbol für die Transformation. Akzeptanz und Dankbarkeit sind wichtige Lernschritte auf dem Weg aus der Depression. Der Weg zum menschlichen Menschsein ist der Weg zu neuem Leben, und neues Leben braucht der Depressive am dringendsten. Vertrauen gibt Lebensmut und Glaube an die eigene Weiterentwicklung. Vertrauen und Glaube sind Liebe.

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